Die Krone der Sterne

Es kommt mir so bekannt vor….

Was ich erwartet habe

Kai Meyer und ich haben schon eine längere gemeinsame Historie, quasi. Angefangen mit den beiden Gebrüder-Grimm Romanen, las ich im Lauf der Jahre viele seiner Bücher. Ich liebe „Die Alchimistin“ und die Sturmkönige-Trilogie und die Arkadien Trilogie. Seine älteren Stand-Alone Titel aus dem historischen Bereich habe ich gefressen. In den letzten Jahren verlor ich ein wenig den Bezug und das Interesse. Die Geschichten wurden immer mehr auf ein weibliches junges Publikum zugeschnitten und dümpelten gefühlt im Twilight Schatten herum. „Die Seiten der Welt“ mochte ich gar nicht mehr (mir kam alles sehr aus anderen, buchbezogenen Geschichten „entliehen“ vor).

Daher erwartete ich nicht viel. Ich suchte nach „Ein wenig Leben“ ein leicht zu lesenden Buch ohne besonderen Anspruch. Und fand mal wieder das Cover schön. Also wagte ich es doch wieder.

Worum es geht

Mischung zwischen Fantasy und Science-Fiction. Ein Reich, das von einem Hexenorden regiert wird, mittendrin die übliche bunt gemischten Gruppe von meyerschen Protagonisten. Die Kaiserin des Reiches wählt alle paar Jahre ein junges Mädchen aus, das zu ihr gebracht wird. Wozu dieses geschieht, ist unbekannt. Nach und nach wird der Aufbau der Galaxie erklärt, die verschiedenen Welten und Fraktionen werden aufgebaut und miteinander verwoben. Die Intentionen der Protagonisten werden klarer, während sie durch das All reisen (wechselnd zwischen Flucht und Jagd).

Was ich bekommen habe

Star Wars, Star Trek, Battlestar Galactica und ein wenig Seifenoper. Eine Abfolge aus Kampfszenen und Dialogen, immer brav abwechselnd und sorgfältig inszeniert. Routinierte Kai Meyer Unterhaltung, wie man sie kennt, wenn man ihn kennt. Das bringt mich recht schnell zu:

Wie ich es fand

Leider langweilig. Sehr vieles kam mir sehr bekannt vor, hier wurde es nur neu zusammengesetzt und mit einigen eigenen Einfällen des Autors garniert. In den Momenten, in denen er vom Sci-Fi Schaulaufen abweicht, schimmert etwas Neues durch und der frühere Meyer. Skurrile Ideen, düstere Szenen und null mainstreamartige Ansätze. So war es nur viel zu selten. Es wirkt ein wenig so, als dürfe der Autor nicht so, wie er eigentlich wollte. Zudem fand ich es überladen. Die Welt/en und die politischen Gefüge werden extrem flott erklärt , sodass es teilweise verwirrend und zu viel ist. Dem entgegen stehen die Charaktere, die völlig blass und oberflächlich bleiben. Nur Shara ist gut beschrieben. Zu dem Rest der Truppe konnte ich keine Bindung aufbauen. Weder positiv noch negativ. Angenehm war durchaus, dass es keine Lovestory gibt. Das ändert jedoch nichts an den austauschbaren Figuren.

Vielleicht soll das alles so. Die starken Erinnerungen an bekannte Stories – ganze Sätze kannte ich bereits anderweitig. Die zu langen Ping-Pong Dialoge („du hast xx gesagt/getan, deswegen tue ich jetzt yy“). Die künstlich wirkenden Personen. Die oft nur angedeuteten Informationen zum Weltengefüge.

Für mich reichte es nicht aus, um wirklich interessiert zu lesen. So habe ich die letzten 80 Seiten eher überflogen. Heute kann ich noch nicht sagen, ob ich die (bereits angekündigten Fortsetzungen) lesen werde.

Vielleicht, wenn ich nichts anderes, sehr sehr leichtes haben sollte. Sagen kann ich jedoch schon, dass die Bücher von Kai Meyer nicht mehr so zu mir zu passen scheinen.

Leseprobe

Paperback
Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50
ISBN: 978-3-596-03585-4

 

 

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