Mary Ann im Herbst

 

Was ich erwartet habe

Vor wenigen Jahren (hust), als ich noch bei meinen Eltern wohnte, habe ich die sechs Bände der Ur-Stadtgeschichten verschlungen. Zumindest die ersten drei fand ich unglaublich gut, Band vier, fünf und sechs erschienen mir teilweise etwas zu abgedreht. Für mich insgesamt eine sehr prägende Serie.

Selten sind Bücher, die ich kenne, so auf den Punkt und atmosphärisch geschrieben worden. Es klingt wie ein Klischee, aber ich dachte nach der Lektüre wirklich, ich würde San Francisco kennen. Vor drei Jahren las ich Band sieben; jetzt ist es an der Zeit, die Reihe zu Ende zu bringen. Band acht und neun mussten her.

Worum es geht

Mary Ann Singleton kehrt nach vielen Jahren Abwesenheit zurück nach San Francisco. Zurück zu alten Freunden und Bekannten und mit neuen Problemen im Gepäck. Viel mehr von der Handlung zu verraten ist quasi nicht möglich, ohne massiv zu viel vorweg zu nehmen.

Nur das: Es tauchen sehr viele bekannte Charaktere der vorherigen Teile auf. Wie damals wechselt kapitelweise der Protagonist und die Handlung schreitet mehr oder weniger voran.

Was ich bekommen habe

Das selbe Gefühl wie damals. Anders als im siebten Band, streut Maupin die Handlung wieder auf mehrere Personen und nicht auf nur einen Protagonisten. Dadurch war ich sofort wieder drin. Nostalgie pur, nur in der Gegenwart statt in den 70ern und 80ern.

Wie ich es fand

Grandios gut. Bisher eines meines Jahreshighlights…in diesem Jahr lese ich sehr langsam, hier ging es fix. An vier Tagen habe ich es beendet. Dieser Aufbau, die Wendungen und das gleiche Gefühl wie früher.

Im Nachhinein betrachtet waren einigen Überraschungen am Ende vorhersehbar. Ich habe sie dennoch nicht bemerkt und war teilweise überrumpelt, positiv gemeint. Natürlich wirkt wieder alles wie eine einzige Seifenoper. Es gibt Zufälle, die doch sehr abwegig sind. Im Gesamtbild störte mich das jedoch nicht, da es innerhalb des Seriengefüges Sinn ergibt. Jetzt habe ich Lust bekommen, schnell den letzten Band zu lesen – und dann wieder alles von vorn.

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