Richard Adams: Unten am Fluss

Was ich erwartet habe

Einen Klassiker, der bei sehr vielen Lesern extrem beliebt ist und emotionale Reaktionen hervorruft. Ich kannte auch die Zeichentrickumsetzung nicht aus meiner Kindheit und ging daher völlig ohne Hintergrund und nostalgische Erwartungen an den Titel heran.

Worum es geht

Ein Gehege von Wildkaninchen in England:
Der sensible Fiver hat eine Vorahnung. Eine Vision kommt ihm in den Sinn über die Zerstörung seines Zuhauses und dem Tod vieler seiner Mitkaninchen. Mit Hilfe seines Bruders Hazel überzeugt er eine Gruppe aus dem Gehege, die Flucht anzutreten und ein neues Zuhause zu suchen.
Das Buch beschreibt die Reise der Kaninchen, die Schwierigkeiten von außen, von innen und mit sich selbst.

Wie ich es fand

Viel hatte ich erwartet, jedoch leider nicht bekommen. Mir hat das Buch nicht gefallen. Der Anfang war noch toll für mich. Doch schnell langweilte ich mich. Zu viele Kaninchen (mit teilweise tollen Namen) spielen eine Rolle. Ich konnte zu keinem eine wirkliche Bindung aufbauen, da der Fokus ständig zwischen ihnen hin und her wechselt. Fiver kommt nur am Rande vor.

Zudem kam ich mit der Sprache nicht zurecht. Zu sperrig und abgehackt, ohne einen Lesefluss zuzulassen. Vielleicht liegt es an der Übersetzung, vielleicht an der Zeit aus der das Buch stammt, vielleicht am Autor. Ich kam nicht rein. Was sich über die gesamten 656 Seiten zog. Schließlich musste ich mich zwingen, jeden Tag eine gewisse Seitenanzahl zu lesen. Ein Abbrechen kam für mich nicht in Frage, da die Hoffnung auf eine Änderung immer da war.

Die Handlung an sich gab mir ebenfalls nichts. Ein Großteil dreht sich um Diskussionen der Kaninchen darüber, wie sie weiter vorgehen, wohin sie wandern, wer eine Vorhut bildet usw. Teambuilding im Kaninchentrail quasi. Leider habe ich mich meistens gelangweilt. Wenn die Tiere sich untereinander Geschichten über ihre Vorfahren und deren Heldentaten erzählten, war ich völlig raus. Solche Dinge interessieren mich nicht, noch nie.

Mangels Bindung und Interesse funktionierten daher auch die emotionalen Momente nicht bei mir. Sie hatten kaum eine Wirkung. Ich war nicht überrascht oder ergriffen.

Nur ein einziger Satz, ganz am Ende der Geschichte, wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Diesen fand ich unglaublich schön und intensiv. Er reichte jedoch nicht, um die Geschichte als Ganzes für mich aufzuwerten.

So bleibt unter dem Strich die Enttäuschung über nicht erfüllte Erwartungen. Ich bin froh, es gelesen zu haben. Ich verstehe, dass das Buch von sehr vielen Lesern sehr gemocht wird. Und auch den Film werde ich noch schauen. Vielleicht gibt dieser mir mehr, wenn ich die Handlung gestrafft erlebe. Das Buch bleibt leider nicht als Highlight in meiner Erinnerung – für mich passte es nicht.

  • Taschenbuch
  • Broschur
  • 656 Seiten
  • Watership Down
  • Aus dem Englischen übersetzt von Egon Strohm.
  • ISBN-13 9783548608068
  • Erschienen: 13.03.2008

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*