Stephen King – Mind Control

Zum Abschluss der Bill-Hodges-Trilogie war ich wirklich etwas wehmütig. Die ersten beiden Teile gefielen mir so gut, dass ich das Ende gar nicht erst erreichen wollte. Dennoch musste ich es natürlich bald lesen.

Als Ausgangspunkt des Thrillers fungiert auch in diesem Teil das Automassaker aus Mr. Mercedes, dieses Mal aus der Sicht von Rettungskräften. Eines der überlebenden Opfer bleibt an den Rollstuhl gefesselt, arrangiert sich mit der neuen Lebenssituation und wirkt darin gefestigt. Viele Jahre später begeht die Person jedoch Selbstmord. Die Tat hat einige Ungereimtheiten und ruft Bill und seine Assistentin Holly auf den Plan. Sie beginnen zu ermitteln und ahnen, dass Brady Hartsfield aka Mr. Mercedes hinter dem Ganzen stecken könnte. Was an sich seltsam ist. Da sich Brady mit einem schweren Hirnschaden in Dauerpflege befindet, in einer geschlossenen Station des städtischen Krankenhauses.

Nach wie vor bin ich froh, nach jahrelanger Abstinenz in 2017 wieder einen Zugang zu King gefunden zu haben. Er hat so viel geschrieben, dass ich gar nicht den Ehrgeiz habe, alles davon zu kennen. Doch bei den aktuellen Büchern zumindest möchte ich auf dem aktuellen Stand sein. Bei diesem Buch fiel es mir nach meinem Revival zum ersten Mal wieder etwas schwerer, es liebzuhaben. Denn: King weicht innerhalb einer Reihe vom Stil der vorherigen Teile ab und fügt eine zuvor abwesendes Element ein. Waren Band eins und zwei reine Thriller, gibt es in drei nun auch übersinnliche Effekte und unerklärliche Dinge. Für einen Horror/Fantasy Autor ist das bekanntes Terrain und natürlich völlig legitim. Dennoch passte es für mich nicht in diese Reihe. Die ersten beiden Bände sind so herrlich erklärbar in der Gegenwart verankert, dass spookige Dinge zumindest für mich deplatziert wirkten. Hier empfand ich es zu gewollt und merklich als Aufhänger, um überhaupt einen schlüssigen letzten Teil schreiben zu können.

Dennoch ist die Geschichte, sofern man davon absieht, wieder schön konstruiert und spannend gemacht. Wie meist bei diesem Autor hätten einige Seiten weniger gut getan – das gehört bei ihm jedoch dazu. Das grandiose Zusammenspiel der Charaktere Hodges/Holly/Gerome entschädigt für alle kleinen Makel. Wieder habe ich fast körperlich mitgefiebert bei den Dingen, die den Charakteren widerfahren. Und dazu gibt es allen Grund, denn es passieren ihnen eben nicht nur schöne Dinge. Das Finale war für mich sehr emotional.

Trotz der Einschränkungen im Ganzen ein rundes, schönes Ende, welches den Figuren würdig ist. Viel mehr hätte die Geschichte wahrscheinlich nicht hergegeben, ohne dadurch völlig konstruiert zu wirken und die Charaktere zu sehr zu bemühen. Ich bin gespannt, ob sich die Gerüchte über einen weiteren Teil, der sich um eine einzelne Person aus der Trilogie drehen soll, bewahrheiten….

 

  • Broschiert: 544 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (11. Dezember 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453439074
  • ISBN-13: 978-3453439078
  • Originaltitel: End of Watch

gelesen vom 25.02. – 28.02.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*