Ferdinand von Schirach – Carl Tohrberg

Weiter ging es mit meinem Plan, alles von Herrn von Schirach lesen zu wollen.

Mit „Carl Tohrberg“ liegt eine kleine Sammlung dreier Kurzgeschichten vor. Diese leuchten alle (wie gewohnt) menschliche Abgründe und Verhaltensweisen aus. Das Exemplar habe ich kostenfrei vom Verlag erhalten, wofür ich mich sehr bedanke.

Natürlich ist es schwierig, über drei kurze Kurzgeschichten viele Worte zu verlieren, ohne dabei alles zu verraten. Enthalten sind:

Der Bäcker
Seybold
Carl Tohrberg

Jede der Geschichten beschreibt eine Art Entwicklung der namensgebenden Hauptfigur, meist verwickelt in kriminelle Machenschaften und moralische Problemstellungen. Typisch für Schirach, baut er in knappen gezielten Worten die Figur auf, versetzt sie in eine extreme Situation und lässt sie reagieren. Oft endet die Geschichte überraschend oder verstörend.

Es geht durchaus brutal zu teilweise. Durch die ruhige Sprache wirken diese Szenen um so mehr und stechen heraus. Vor einigen Jahren konnte ich mit diesem Stil nichts anfangen und empfand ihn als zu nüchtern, was sich zum Glück geändert hat in meinem Empfinden. Nur so kann man diese Art von Erzählungen angemessen rüberbringen.

Ob man acht Euro für 64 Seiten ausgeben möchte, bleibt natürlich jedem überlassen. Trotz der Kürze finde ich die Veröffentlichung angemessen, denn von Schirach hat für mich einen extrem guten Stil. Besonders für Einsteiger lohnt es sich. Wenn einem diese Geschichten nicht zusagen, wird man auch mit seinen anderen Werken nicht glücklich. 

Für mich lohnen sich auch die kurzen Veröffentlichungen von ihm; sie sind einfach zu gut…


Taschenbuch, Klappenbroschur, 64 Seiten, 12,5 x 18,7 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-442-71574-9
€ 8,00 [D] | € 8,30 [A] | CHF 11,50* (* empfohlener Verkaufspreis)
Verlag: btb
Erschienen:  11.09.2017

gelesen am 14.05 + 15.15.