Carlos María Domínguez – Das Papierhaus

Ich habe das schmale Büchlein im Laden entdeckt, ohne es zuvor jemals irgendwo gesehen zu haben. Es war ein reiner Cover-Kauf, da es so schön gestaltet ist und sich gut anfühlt.

Eine Dozentin für Literatur wird während der Lektüre eines Buches überfahren. Ein Kollege von ihr nimmt ein ursprünglich an sie gerichtetes Päckchen entgegen. Dies ist schon die simple Ausgangslage der Kurzgeschichte. Das Päckchen enthält ein Buch, das sich in einem ungewöhnlichen Zustand befindet. Der Protagonist macht sich auf die Suche. Nach dem Grund des Zustandes, dem Absender und der Art der Verbindung zu  der verstorbenen Kollegin.

Die Story startet relativ schnell, was bei der Kürze auch Sinn macht. Der Schreibstil ist angenehm klar. Der erzählende Protagonist ist sympathisch. Ich wollte stets wissen, wie es weitergeht. Und trotzdem konnte mich all das nicht überzeugen. Lange habe ich darüber nachgedacht, was mir fehlte oder mich störte.

Letztendlich war mir der Text zu beliebig und langweilig; ihm fehlte das Besondere. Alles ist irgendwie nett, hat jedoch wenig Substanz. Viel wird erzählt über die Liebe von Menschen zu Büchern und die damit einhergehenden Blüten, die diese Liebe teilweise austreibt. Neue Erkenntnisse konnte ich für mich leider nicht daraus ziehen. Zum Ende hin ging der zuvor schöne Stil in end- und substanzlose Monologe über, sodass ich einige Seiten nur noch grob las. Die Auflösung, oder viel mehr das Ende an sich, war gar keines…die Geschichte endet einfach beliebig. Sehr schade. Es gibt deutlich interessantere Bücher über Bücher und Bücher über passionierte Leser als dieses. Für mich sprang der Funke hier leider nicht über.



  • Taschenbuch: 87 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (12. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458363793
  • ISBN-13: 978-3458363798
  • Originaltitel: La casa de papel