Åke Edwardson – Marconipark

Was ich erwartet habe

Nachdem Edwardson seine Reihe um Kommissar Winter nach Band zehn eigentlich beendet hatte, bin ich etwas vorsichtig mit seinen Büchern geworden. Denn nach seiner Rückkehr war es bisher nie so ganz wie früher. Es geht langsamer voran; fast könnte man sagen, dass der Kommissar auf der Stelle tritt und nicht weiter kommt in seinem Leben. Doch verzichten kann ich auf diese Reihe unmöglich. Dieser inzwischen zwölfte Teil musste demnach gelesen werden. „Åke Edwardson – Marconipark“ weiterlesen

Donna Leon – Das Mädchen seiner Träume

Was ich erwartet habe

Die Venedigkrimis begleiten mich schon seit vielen Jahren; sie lassen sich gut und schnell lesen und eignen sich so für den kurzen Krimi zwischendurch. Es war mal wieder Zeit für etwas Leichteres nach den ganzen Stephen King Romanen. Inzwischen bin ich bei Brunetti Band 17 angelangt und wusste daher, was mich erwartet.

Worum es geht

Grob gesagt teilt sich das Buch in zwei unterschiedliche Handlungen auf: das Ableben von Brunettis Mutter und einer sich daraus entwickelnden Nebenhandlung sowie dem eigentlichen Fall. Die Leiche eines sehr jungen Mädchens wird angespült, der Kommissar ermittelt im Lebensbereich von Roma und versucht, Täter und Hintergründe zu finden. Es ist ein bisschen von allem enthalten: Kirche, Diebstahl, Randgruppen…und die üblichen Koch- und Tischgespräche der Familie Brunetti.

Wie ich es fand

Wenn eine Reihe bereit 17 Teile hat, besteht natürlich die Gefahr, dass sich zu viel wiederholt und eine gewisse Sättigung eintritt. Beides ist hier leider geschehen. Mit den Romanen von Donna Leon erhält man keine Actionreißer, das war schon immer so und macht die gemütlichen Bücher aus. Hier wird es nun zu gemütlich. Es plätschert ca. 150 Seiten vor sich hin, bis der Hauptfall beginnt. Bis dahin ist es teilweise sogar langweilig und völlig richtungslos. Kein Vergleich mit vielen anderen ihrer Bücher. Schade.

Ich konnte nicht genau erfassen, was die Autorin ausdrücken möchte. Denn es ist zu viel vermischt, jedoch zu wenig klar herausgearbeitet. So lösen sich die wenigen Ereignisse der ersten 150 Seiten fast in Luft auf. Sie haben keinen Einfluss auf irgendetwas. Natürlich ist das irgendwie lebensnah – nicht alles führt zwangsläufig zu etwas. In einem Buch erwarte ich jedoch eine dramatische Verdichtung von Ereignissen, um Interesse zu wecken. Das ist der Autorin nicht gelungen.

Zum ersten Mal nervten mich auch die allumfassenden Fähigkeiten von Signorina Elettra, die nötigen Informationen zu beschaffen. Mit diesem Joker macht Leon es sich zusehends immer einfacher, die Ermittlung unkompliziert voranzutreiben.

Das gehört sicher irgendwie dazu. Und all das weiß man bzw. wusste zumindest ich nach der Lektüre der vielen anderen Bände. Ich hoffe, dass es in den kommenden Geschichten wieder straffer und relevanter zugeht – dann fallen die erzählerischen Abkürzungen nicht so sehr ins Gewicht. Und für mich wird es weitergehen. Dafür mag ich die Behäbigkeit der Reihe viel zu sehr.

 

Gut

Nicht so gut

  •  es ist Brunetti 😉
  • Venedig schön wie immer beschrieben
  • bekomme immer Hnger beim Lesen
  • zu gemächlich – der eigentliche Fall beginnt erst nach 150 Seiten
  • es schleicht sich ein Gefühl der Routine ein 🙁
  • keine klare Linie der Handlung

 

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (26. Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257066953
  • ISBN-13: 978-3257066951
  • Originaltitel: The Girl of His Dreams 

    Aus dem Amerikanischen von Christa E. Seibicke

 

Deborah Feldman – Unorthodox

Was ich erwartet habe

Etwas völlig Falsches. Aufgrund der wenigen Infos, die ich im Vorwege aufgenommen hatte: Eine Art reißerische „Nicht ohne meine Tochter“ in der jüdischen Version. Da ich völlig ungebildet bin, was den jüdischen Glauben angeht, erhoffte ich mir tiefere Einblicke. Gepaart mit einer spannenden Handlung. Dass es sich um wahre Ereignisse handelt, war mir bekannt. Ich bin mit dieser vorgefertigten Meinung zunächst falsch an das Buch herangegangen. „Deborah Feldman – Unorthodox“ weiterlesen