Ingrid Noll – Kalt ist der Abendhauch

 

Gut

Nicht so gut

  • Sympathische Hauptfigur (Charlotte)
  • nettes Zeitpanorama
  • sehr oberflächlich erzählt
  • sehr schwacher roter Faden
  • zu viele unwichtige Figuren
  • wenig Handlung
  • Verlag: Diogenes (30. April 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257230230
  • ISBN-13: 978-3257230239

gelesen vom 11.02. – 15.02.

Stefan Bachmann – Palast der Finsternis

Was ich erwartet habe

Bisher hatte ich nichts von Stefan Bachmann gelesen, jedoch die glühenden Fans und Besprechungen seiner beiden schon erschienenen Titel mitbekommen. Sie stehen noch ungelesen im Regal.

Aufgrund dieser Lorbeeren rückte seine Neuerscheinung in meinen Fokus; Verlag und Cover taten ihr übriges, und so musste es einziehen.

Worum es geht

Die Handlung findet auf zwei Zeitebenen statt: In der Gegenwart werden fünf Jugendliche von einem großen Unternehmen ausgewählt, um einen unterirdischen Palast aus der Zeit der Französischen Revolution zu erforschen bzw. zu erkunden.

In der Vergangenheit (eben kurz vor/während der Revolution) wird erzählt, wie eine adlige Familie in Verbindung zu diesem Palast steht.

Nach und nach werden die Zusammenhänge der beiden Ebenen klarer und man erfährt, warum und wozu das Gebäude erbaut wurde und wie die gegenwärtigen Jugendlichen eine Verbindung zu ihm haben.

Was ich bekommen habe

Eine Art „Tribute von Panem“, gemischt mit historischem Setting light und letztendlich vielen Fragezeichen.

Diogenes hat hier überraschenderweise ein Jugendbuch ins Programm genommen, welches ich bei anderen Verlagen so erwartet hätte. Meine Vorstellung ging aufgrund Diogenes anfangs eher in Richtung gediegener Abenteuerroman mit jungen Erwachsenen. Die Vorstellung hat sich nicht erfüllt.

Alle Charaktere blieben für mich seltsam blass und unsympathisch. So wenig wie sie selbst wissen, wo ihr Platz in der Geschichte ist, habe ich als Leser es erfahren. Stattdessen hangeln sie sich von Raum zu Raum des Palastes, umgehen Fallen, werden mal mehr und mal weniger gejagt.

Hauptprotagonistin Anouk ist dabei schrecklich pubertär anti-alles. Außer Andeutungen über ihre gemeine Familie werden jedoch keine weiterführenden Hintergründe genannt (oder ich habe sie nicht verstanden). Die restlichen Personen wackeln ihr hinterher, ohne sich dabei sonderlich interessant hervorzutun.

Lichtblick sind die Rückblicke in die Vergangenheit. Hier sind die Figuren interessanter gehalten. Das täuscht nicht darüber hinweg, dass ich der Geschichte selten folgen und besonders viel Logisches abgewinnen konnte. Immer wieder verlor ich den Faden. Zwischen pseudo-poetischen Passagen und den üblichen Hetzjagden blieb nicht viel Faszination übrig.

Die Auflösung an sich ist im Bereich Horror/Science-Fantasy anzusiedeln und theoretisch interessant. Der Weg dorthin gefiel mir nur leider überhaupt nicht. So hoffe ich, dass mir seine anderen beiden Bücher besser gefallen werden.

Gut

Nicht so gut

-Grundidee
-Setting
-wirre Umsetzung
-unsympatische Charaktere
-Logiklöcher

Aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer
Diogenes Verlag
320 Seiten 
erschienen am 23. August 2017
ISBN 978-3-257-60805-2
€ (D) 14.99 / sFr 19.00* / € (A) 14.99