Oliver Pötzsch – Der Spielmann (Faustus I)

Das Buch habe ich kostenfrei als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten (über NetGalley). Vielen Dank dafür 🙂

Mir war seit einiger Zeit wieder nach einem Roman mit historischem Setting, da kam dieser gerade richtig. Denn schon lang wollte ich die Henker-Reiher von Oliver Pötzsch beginnen und mich mit dem Autor beschäftigen. Nun habe ich stattdessen mit dem neuesten Werk angefangen. Auch eine Art von Reihenfolge. 

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Christian Kracht – Imperium

Deutschland zur Kaiserzeit: August Engelhardt hat Großes vor. Er wandert aus, in die Kolonie Deutsch-Neuguinea, um dort ein neues Leben und gleich eine ganz neue Lebensart zu begründen. Ausschließlich von Kokosnüssen möchte er leben. Und einen Handel zwischen seiner neuen und der alten Heimat mit den Früchten aufziehen. Und sowieso ein viel besseres Leben führen als die machtstrebenden, militanten Deutschen.

Doch seine Pläne sind ambitioniert, vielleicht zu sehr. Engelhardt hat kurzzeitig Erfolg. Nach und nach geht er mehr in seiner Rolle als Öko-Einsiedler auf, wird wunderlich und abgeschiedener. Der friedliche Mann gleicht im Verlauf der Geschichte nicht mehr dem einstigen Idealisten, sondern einem Irren.

Das schmale Buch hat es in sich. Kracht fabuliert, formuliert und jongliert mit der Sprache, wie ich es bisher selten las. Ein komplett kunstvoller Text, der sich jedoch – seltsamerweise – flüssig lesen lässt. Die Geschichte ist eine Mischung aus Abenteuerroman, Aussteigergeschichte, Gesellschaftskritik und Historie. Diese Elemente passen wunderbar gut zusammen.

Manchmal – aber nur manchmal – war ich etwas erschlagen von derlei achterbahnigen Eskapaden. In diesen Passagen verlor Kracht mich etwas, um mich jedoch schnell wieder einzufangen. Soll heißen, dass sie dem Gesamtbild keinen Abbruch taten.

Falls man mich fragen würde, was ich letztendlich an Weisheiten aus diesem Buch ziehen konnte, könnte ich darauf gar nicht klar antworten. Vielleicht geht es im Kern um die Erreichung von Idealen. Um Hindernisse, welche die Umwelt immer wieder in den Weg wirft, damit dieser nicht zu glatt zum Ziel führt. Um das Scheitern. In erster Linie ist die Geschichte für mich ein perfektes Beispiel dafür, was man mit Sprache kreieren kann und wie sehr wir sie brauchen, um uns Fremdes erschaffen zu können.


  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 6 (25. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596185351
  • ISBN-13: 978-3596185351

Anne Jacobs – Die Tuchvilla

Ab und an möchte ich etwas lesen, was einfach nur erzählt und nicht zu viel vom Leser erwartet; pure Unterhaltung statt zu komplexer Gedankengänge. Die Mischung macht es. Es war wieder an der Zeit, daher habe ich dieses Buch als Rezensionsexemplar angefragt und freundlicherweise erhalten. Vielen Dank dafür. Denn in den Regalen, Videobesprechungen und anderen Medien lief es mir seit einiger Zeit konstant über den Weg. Die vermehrte Beschreibung „Es ist wie Downton Abbey“ köderte mich, da ich die Serie sehr mag. „Anne Jacobs – Die Tuchvilla“ weiterlesen

Imogen Hermes Gowar – Die letzte Reise der Meerjungfrau oder wir Jonah Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, denn über englische Instagram Accounts hatte ich bereits einiges darüber gehört und gesehen. Zum Glück keine großartigen Spoiler. Meine Erwartung ging in Richtung „Die Schlange von Essex“, was zu meinen großen Highlights aus 2017 gehört. Ich habe es als Rezensionsexemplar aktiv angefordert und kostenlos erhalten, wofür ich dem Verlag sehr danke. „Imogen Hermes Gowar – Die letzte Reise der Meerjungfrau oder wir Jonah Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde“ weiterlesen

Jean-Francois Parot – Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel

Was ich erwartet habe

Nach der Lektüre des aktuellen Folletts und animiert durch herbstliche Stimmung, hatte ich Lust auf einen weiteren Roman vor historischem Hintergrund. Phasenweise lese ich viel in dem Genre und habe deshalb schon einige Vergleichsmöglichkeiten gesammelt. „Jean-Francois Parot – Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel“ weiterlesen

Ken Follett – Das Fundament der Ewigkeit

Was ich erwartet habe

Für mich steht Ken Follett für gut lesbare, teils sehr vereinfachte und stilistisch mittelmäßige Romane mit historischem Hintergrund. Das meine ich nicht negativ. Mit seiner Art, Dinge sehr reduziert zu beschreiben, erreicht er sicher mehr Leser als mit historischen Abhandlungen. Die Mischung aus Unterhaltung und geschichtlichen Fakten funktioniert und macht Spaß. „Ken Follett – Das Fundament der Ewigkeit“ weiterlesen