Stephen King + Peter Straub: Das schwarze Haus

Was ich erwartet habe

Nachdem ich durch den Vorgänger (Der Talisman) endlich wieder zu Stephen King geführt wurde, habe ich sehr viel erwartet. Der erste Teil der bisher zweiteiligen Reihe wird für immer zu meinen Favoriten gehören. Dementsprechend gespannt war ich auf die Fortsetzung. Auch, weil ich teilweise kritische Meinungen gehört hatte. Ich beschloss zur Sicherheit, meine Erwartungen daher etwas zurückzuschrauben. „Stephen King + Peter Straub: Das schwarze Haus“ weiterlesen

Åke Edwardson – Marconipark

Was ich erwartet habe

Nachdem Edwardson seine Reihe um Kommissar Winter nach Band zehn eigentlich beendet hatte, bin ich etwas vorsichtig mit seinen Büchern geworden. Denn nach seiner Rückkehr war es bisher nie so ganz wie früher. Es geht langsamer voran; fast könnte man sagen, dass der Kommissar auf der Stelle tritt und nicht weiter kommt in seinem Leben. Doch verzichten kann ich auf diese Reihe unmöglich. Dieser inzwischen zwölfte Teil musste demnach gelesen werden. „Åke Edwardson – Marconipark“ weiterlesen

Donna Leon – Das Mädchen seiner Träume

Was ich erwartet habe

Die Venedigkrimis begleiten mich schon seit vielen Jahren; sie lassen sich gut und schnell lesen und eignen sich so für den kurzen Krimi zwischendurch. Es war mal wieder Zeit für etwas Leichteres nach den ganzen Stephen King Romanen. Inzwischen bin ich bei Brunetti Band 17 angelangt und wusste daher, was mich erwartet.

Worum es geht

Grob gesagt teilt sich das Buch in zwei unterschiedliche Handlungen auf: das Ableben von Brunettis Mutter und einer sich daraus entwickelnden Nebenhandlung sowie dem eigentlichen Fall. Die Leiche eines sehr jungen Mädchens wird angespült, der Kommissar ermittelt im Lebensbereich von Roma und versucht, Täter und Hintergründe zu finden. Es ist ein bisschen von allem enthalten: Kirche, Diebstahl, Randgruppen…und die üblichen Koch- und Tischgespräche der Familie Brunetti.

Wie ich es fand

Wenn eine Reihe bereit 17 Teile hat, besteht natürlich die Gefahr, dass sich zu viel wiederholt und eine gewisse Sättigung eintritt. Beides ist hier leider geschehen. Mit den Romanen von Donna Leon erhält man keine Actionreißer, das war schon immer so und macht die gemütlichen Bücher aus. Hier wird es nun zu gemütlich. Es plätschert ca. 150 Seiten vor sich hin, bis der Hauptfall beginnt. Bis dahin ist es teilweise sogar langweilig und völlig richtungslos. Kein Vergleich mit vielen anderen ihrer Bücher. Schade.

Ich konnte nicht genau erfassen, was die Autorin ausdrücken möchte. Denn es ist zu viel vermischt, jedoch zu wenig klar herausgearbeitet. So lösen sich die wenigen Ereignisse der ersten 150 Seiten fast in Luft auf. Sie haben keinen Einfluss auf irgendetwas. Natürlich ist das irgendwie lebensnah – nicht alles führt zwangsläufig zu etwas. In einem Buch erwarte ich jedoch eine dramatische Verdichtung von Ereignissen, um Interesse zu wecken. Das ist der Autorin nicht gelungen.

Zum ersten Mal nervten mich auch die allumfassenden Fähigkeiten von Signorina Elettra, die nötigen Informationen zu beschaffen. Mit diesem Joker macht Leon es sich zusehends immer einfacher, die Ermittlung unkompliziert voranzutreiben.

Das gehört sicher irgendwie dazu. Und all das weiß man bzw. wusste zumindest ich nach der Lektüre der vielen anderen Bände. Ich hoffe, dass es in den kommenden Geschichten wieder straffer und relevanter zugeht – dann fallen die erzählerischen Abkürzungen nicht so sehr ins Gewicht. Und für mich wird es weitergehen. Dafür mag ich die Behäbigkeit der Reihe viel zu sehr.

 

Gut

Nicht so gut

  •  es ist Brunetti 😉
  • Venedig schön wie immer beschrieben
  • bekomme immer Hnger beim Lesen
  • zu gemächlich – der eigentliche Fall beginnt erst nach 150 Seiten
  • es schleicht sich ein Gefühl der Routine ein 🙁
  • keine klare Linie der Handlung

 

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (26. Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257066953
  • ISBN-13: 978-3257066951
  • Originaltitel: The Girl of His Dreams 

    Aus dem Amerikanischen von Christa E. Seibicke

 

Stephen King: Mr. Mercedes

Was ich erwartet habe

Die Festigung meiner neu entdeckten Zuneigung zu Büchern von Stephen King. Es war ein spannendes Vorhaben: Finde ich auch andere Bücher von ihm toll, neben dem grandiosen „Der Talisman“?

Die grobe Rahmenhandlung kannte ich aus anderen Besprechungen, zum Glück war ich nicht großartig gespoilert. Nur beim Genre war ich mir noch unsicher. Ob Krimi oder Thriller/ ob realistisch oder mit übersinnlichen Elementen, war mir nicht bekannt.

Worum es geht

Ein Attentäter rast, in einem Mercedes sitzend, in eine Menschenmenge. Es gibt viele Opfer, der Täter entkommt unerkannt. Trotz intensiver Ermittlungen wird er nicht gefasst.

Jahre später ist einer der damals ermittelnde Polizisten, Bill Hodges, pensioniert. In Ehren entlassen, nur der Fall des Mercedes Killers ist ungelöst. Bill kommt mit seinem neuen, untätigen Leben nicht wirklich gut zurecht. Da erhält er eine Nachricht von Mr. Mercedes – dieser stört sich daran, dass Bill Hodges von allen als erfolgreicher Ex-Cop angesehen wird. Dabei war er aus seiner Sicht nicht erfolgreich – schließlich konnte er ihn nicht fassen.

Es beginnt eine Hatz auf den Täter von damals, der auch in der Gegenwart nicht untätig bleibt und neue Dinge plant. Eine untypische Heldengruppe formiert sich, die Mr. Mercedes endlich schnappen möchte.

Wie ich es fand

Zum Glück wieder sehr toll. Stephen King entwirft hier seine eigene Version von Thriller bzw. Krimi, mit allen klassischen Elementen wie Zeugenbefragungen, falschen Fährten etc., nur eben im typischen King-Stil.

Teilweise wirkten Details auf mich wie eine ironische Betrachtung des Themas. Die verruchte Blondine, der abgebrühte Ermittler – alles dabei. Nebenher beschreibt King eine typische amerikanische Stadt unserer Tage inmitten wirtschaftlicher Probleme und Umwälzungen in der Bevölkerung. Rezession und Wut auf die (Obama) Regierung inklusive.

Die Geschichte an sich ist nichts revolutionär Neues. All das habe ich bereits gelesen, Tat und Jagd. Das besondere in „Mr. Mercedes“ sind die Charaktere. Wie jeder einzelne ge- und beschrieben ist und mit den anderen interagiert ist so lebensecht, dass man sehr nah dran ist. Das trifft auf die „guten“ genau so zu wie auf Brady, den Täter im Buch. Egal wie abartig seine Taten sind und wie seltsam seine Neigungen – ich konnte halbwegs nachempfinden, weshalb er zu dem wurde, was er ist. Seine Vergangenheit wird nach und nach enthüllt. Sogar das ist manchmal anrührend.

Längen kommen nahezu nicht vor, nur auf einem Thema wird ein wenig zu sehr herumgedacht (Autoschlüssel). Einige Handlungsverläufe sind für geübte Leser eventuell etwas vorhersehbar konstruiert. Das ist bemängeln auf hohem Niveau, denn diese winzigen Makel werden durch die grandios unterhaltend gestaltete Schreibweise mehr als ausgeglichen.

Es handelt sich hier um den ersten Band einer Trilogie – Teil zwei steht schon im Regal, Teil drei wird folgen….wenn es so weitergeht, wird King wieder zu einem meiner Lieblingsautoren.

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt
Originaltitel: Mr. Mercedes
Originalverlag: Heyne
Paperback, Klappenbroschur, 608 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-41901-8
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empfohlener Verkaufspreis)
Verlag: Heyne
Erschienen: 08.09.2015

Ragdoll

Was ich erwartet habe

Die meisten Bücher habe ich genretechnisch im Krimibereich gelesen. Mankell/Nesbo/Edwardson/Nesser – fast alle habe ich gesuchtet. Irgendwann erschien in dem Bereich nichts interessantes mehr für mich. Zu viele Kopien der früheren Geschichten, ich hatte mich sattgelesen. Nur die Reihe von Hjorth und Rosenfeldt fand ich noch gut. „Ragdoll“ weiterlesen

Die Ernte des Bösen

Es wird dunkler hier unten

Was ich erwartet habe

Das Cover entstammt der offiziellen Verlagsseite

Ich liebe die beiden Vorgängerteile (Der Ruf des Kuckucks / Der Seidenspinner). Vor allem die tolle Londonstimmung, natürlich auch die fantastisch ausgearbeiteten Charaktere und die Handlungen. Jeden Band habe ich sehr angetan verfolgt und geliebt. Daher wünschte ich mir natürlich eine konsequente Fortführung genau dieser Zutaten. Ich war kaum gespoilert und hatte einen großen Wunsch an die Handlung: Bitte – BITTE – keine Lovestory zwischen den Hauptcharakteren Cormoran Strike und Robin Ellacott. Denn das können alle, und haben auch schon fast alle Serienhelden durchlebt. Nicht die beiden. Nicht auch noch die bei….. „Die Ernte des Bösen“ weiterlesen